Menü
Diözesanrat Bistum Hildesheim Logo

Meine Vison von Kirche 2030 ist eine Kirche der Entschiedenen

 - Monika Feld
Monika Feld, Vertreterin der Gemeindereferenten/-innen

"Corona-kreativ" Preise wurden übergeben

St. Marien Braunschweig

DPSG Gifhorn

Dekanatsjugendzentrum Emmaus Duderstadt

EXODUS

Anlässlich der aktuellen Pandemie und der mit ihr verbundenen religiösen und pastoralen Herausforderungen hat der Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Hildesheim den Corona-kreativ-Preis in einer Gesamthöhe von 4500,- Euro ausgeschrieben.

Gemeinden, Verbände, Einrichtungen und Einzelpersonen wurden aufgerufen, ihre Projekte einzureichen. In diesen sollte es darum gehen, einen kreativen, den christlichen Glauben betreffenden und gemeinschaftsfördernden Rahmen unter den Bedingungen der Corona-Krise zu leisten.

Dem Aufruf kamen zahlreiche Personen nach, sodass die Jury, welche sich aus Mitgliedern des Diözesanrates zusammensetzte, es nicht leicht hatte, unter den kreativen und engagierten Projekten die Gewinner auszumachen. Der dritte Platz wurde daher sogar aufgeteilt. Die Preisverleihung wurden im Dezember digital durchgeführt.

 

Der erste dritte Platz ging an die „Nikolausaktion“ des Dekanatsjugendzentrums Emmaus Duderstadt.

Das Emmaus erarbeitete in Kooperation mit dem Familienzentrum des Inklusiven Campus der Caritas Südniedersachsen und dem Treffpunkt Stadtmarketing Duderstadt eine „Nikolas-Aktion“. Die Grundidee bestand darin, Kindern und Jugendlichen der Region eine Aktion zum Nikolaus zu bieten und ihnen damit die Historie des „originalen Nikolauses“ und dessen Bedeutung näher zu bringen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen stellte man kleine Päckchen in die geputzten Stiefel der Zielgruppe. In kurzer Zeit meldeten Eltern 700 Kinder für die Aktion an. Mit viel ehrenamtlichem Einsatz wurden die Päckchen mit kindgerechten Masken, kleinen Adventskalender, Pflasterboxen, einem Buch des Don Bosco Verlages über die Geschichte des Bischofs Nikolaus von Myra, Nüssen, Schoko- Nikoläusen und weiteren Süßigkeiten sowie einem QR-Code für ein Video mit einem Gruß vom Nikolaus ausgestattet und an einem Abend verteilt. Diese gemeinschaftliche Aktion engagierter Menschen nimmt mit einem unkonventionellen Ansatz Kinder in den Blick und konnte eine starke Reichweite aufbauen. Eine Wiederholung des Projekts bei steigender Anmeldezahl findet auch im Jahr 2021 statt.

 

Der zweite dritte Platz wurde verleihen an die „Onlinegottesdienste mit partizipativen Elementen“ der Exodus-Gemeinschaft.

EXODUS, eine Gemeinschaft Ehrenamtlicher, deren Zielgruppe generell junge Erwachsene sind, hat in der Corona-Zeit online-Gottesdienstformen mit partizipativen Elementen entwickelt. Um Gemeinschaft erlebbar zu machen, wurden z.B. Chats, Whiteboards und Podcasts genutzt. In der Osterzeit wurden diese Tools gemeinsam genutzt: Es gab Podcast-Angebote und Online-Gottesdienste, die durch ihre Texte, Musik und Schlichtheit die Lebendigkeit der Auferstehung und damit die Hoffnung auf neues Leben erfahrbar machten. Die Osternacht wurde gemeinsam durchwacht und mit einem Zoom-Gottesdienst abgeschlossen. Neben der eigentlichen Zielgruppe wurden auch Menschen fortgeschritteneren Alters erreicht – allen war jedoch gemein, dass sie die Folgen der notwendigen Isolation spürten. Den Ehrenamtlichen gelang es, durch die Umsetzung kreativer Ideen, gemeinschaftliche Erlebnisse zu ermöglichen. Für die Zukunft ist die Fortsetzung der Online-Formate geplant, die Menschen zugänglich sein sollen, denen eine regelmäßige Präsenz-Teilnahme aufgrund der eigenen Familie oder körperlicher Beschwerden nicht so einfach möglich ist.

 

Den zweiten Platz konnte sich die der Pfadfinderstamm von der deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus Gifhorn mit gleich zwei Aktionen sichern: „St. Martin to go“ und „Sternsinger to go“. 

Beide Projekte beruhen auf der gleichen Grundidee: Im Pfarrgarten der Kirchengemeinde wurden Wäscheleinen platziert und an diesen wurden gefüllte Umschläge zum Mitnehmen aufgehangen. In diesen Umschlägen befanden sich Materialien, die einen Bezug zu St. Martin bzw. der Sternsingeraktion hatten (z.B. Hausandachten, Rätsel, Rezepte, Ausmalbilder, gesegnete Kreise, Anleitungen zur Haussegnung, ein Link zum Abschlussgottesdienst etc.). Als Zielgruppe standen sowohl Kinder als auch das gesamte Altersspektrum der Gemeinde im Fokus. Zwei Aktionen, die aufgrund der Pandemie in der gewohnten Weise nicht hätten stattfinden können, wurden durch die Ehrenamtlichen der DPSG Gifhorn in einer coronakonformen Weise nicht nur möglich gemacht, sondern auch mit kreativen Zusätzen versehen. Auch ohne physische Nähe konnte so ein Band der Gemeinschaft unter Menschen entstehen, die die Gewissheit hatten, etwas in der Hand zu halten und zu tun, was sie mit Anderen verbindet. Die stolze Zahl von insgesamt 661 abgeholten Umschlägen zeigt die positive Resonanz der Projekte. Die Grundidee ist auf viele verschiedene Szenarien hin übertragbar und kann als Anregung für andere ehrenamtlich Engagierte dienen.

Die Aller-Zeitung berichtete hierzu.

 

Das Rennen um den ersten Platz entschied die Gemeinde St. Marien Braunschweig mit dem Projekt „Hoffnungsbriefe“ für sich.

Es wurden 100 Hoffnungsbriefe geschrieben und anschließend an pflegebedürftige Personen verteilt. Neben dem Einbezug der ganzen Gemeinde in ein Projekt, bei dem jede*r mitmachen konnte, ist besonders beeindruckend, dass aus einem christlichen Geist heraus pfleghebedürftige Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden – eine Personengruppe, in der sich schon außerhalb der Pandemie oft Leid und Einsamkeit finden. Durch die Pandemie und die damit verbundene Isolation sind dies Erfahrungen, die viele Menschen machen mussten, in diesem Fall aber Personen treffen, die ohnehin am Rande der Gesellschaft stehen. In einer solchen Situation ist die Wirkung eines unerwarteten Briefes mit lieben Worten nicht zu unterschätzen.
Das ehrenamtliche Engagement der Gemeinde, das zu der Entstehung zahlreicher Texte geführt hat, steht im engen Zusammenhang mit einer organisatorischen Leistung. Für andere Gemeinden und Gruppen Ehrenamtlicher kann dieses Projekt ein Vorbild sein, da es aufzeigt, wie man mit einer einfachen Idee, viele Menschen einbinden und erreichen kann.

 

Allen Teilnehmenden sei an dieser Stelle herzlich für die Teilnahme und ihr kreatives Engagement in dieser schweren Zeit gedankt.