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Eine offene und auf Menschen aller Art zugehende Kirche, die jedem, der sich mit seinen/ihren Talenten einbringen will oder einfach Halt in persönlichen Krisen sucht, Raum und Begleiter gibt.

 - Sabine Mollik
Sabine Mollik, Vertreterin des Dekanatspastoralrates Hannover

Reaktion: Schließung der Bildungshäuser / Bildungslandschaft

Schließung der Bildungshäuser / Bildungslandschaft

Wenige Tage vor unserer digitalen Vollversammlung am 14. November wurde, auch für uns sehr überraschend, die Schließung der Bildungsstätte St. Martin in Germershausen, dem Kloster St. Ludgeri in Helmstedt und dem St. Jakobushaus in Goslar bekanntgegeben.

Auf der Vollversammlung haben wir uns intensiv zur Entscheidung an sich und der Frage nach den Folgen, der fehlenden Beteiligung und die bis dahin fehlenden Informationen ausgetauscht und vereinbart, als Diözesanrat darauf zu reagieren.

Eine erste Stellungnahme hat unser Vorsitzender Dr. Christian Heimann aufgrund einer Presseanfrage der HAZ gegeben:

 

Stellungnahme Dr. Christian Heimann für die Hannoversche Allgemeine Zeitung / 20.11.2020

Ich war sehr überrascht und auch traurig, als ich von den anstehenden Schließungen gelesen habe. Da ging es mir wahrscheinlich wie vielen Menschen in unserem Bistum. Die Bildungshäuser sind für viele nicht nur beliebige Gebäude aus Stein, sondern Orte des religiösen Austausches, an denen Gemeinschaft erlebbar ist und mit denen viele Menschen auch Erinnerungen verbinden. Und nicht zuletzt stehen hinter jeder Schließung auch persönliche Schicksale.

Mir ist bewusst, dass sich in einer immer digitaleren Welt auch die Bildungslandschaft dem Wandel nicht verschließen kann und begrüße, dass das Bistum sich hier den Herausforderungen stellt. Zu meinem Bedauern waren wir als Diözesanrat im Vorfeld nicht in den Prozess eingebunden, der nun unter anderem zur Schließung der Bildungshäuser geführt hat. Ich bin überzeugt davon, dass es hilfreich gewesen wäre, wenn die Bistumsleitung bei ihren Überlegungen mehr auf die Expertise der Laien zurückgegriffen hätte. Ob es die Entscheidung geändert hätte, kann ich nicht beurteilen, aber sie wäre dadurch sicherlich auf breitere Füße gestellt worden.

Daher sind wir als Diözesanrat jetzt im intensiven Gespräch mit der Bistumsleitung, um die Hintergründe der Entscheidung zu verstehen und Wege zu finden, wie Beteiligung, Transparenz und Kommunikation in Zukunft besser gelingen können. Aus meiner Sicht ist das Engagement und die Expertise vieler Christen ein Schatz, den es zu heben lohnt.

 

Die hierin erwähnten intensiven Gespräche haben bereits stattgefunden und gehen weiter. Am 22.11.2020 hat der Vorstand des Diözesanrates mit Bischof Dr. Heiner Wilmer und Generalvikar Martin Wilk über die Umstände bis zur Entscheidung, die Entscheidung zur Schließung der Bildungshäuser an sich und vor allem auch der Dringlichkeit, künftig viele Menschen im Bistum betreffende Angelegenheiten nicht ohne Kenntnis und Beteiligung der gewählten Gremien zu beraten und zu beschließen, gesprochen.

In Vorbereitung dieses Treffens haben Generalvikar Martin Wilk und Bischof Dr. Heiner Wilmer eine große Anzahl an Fragen zugesandt bekommen, die aus der Beratung im Diözesanrat hervorgingen. Diese haben viele unterschiedliche Facetten aufgegriffen, die seitens des Gremiums anmerkenswert und/oder dringend zu verbessern sind.

Die Beteiligten am Gespräch haben nach intensivem Austausch der jeweiligen Sichtweise folgende Erklärung verfasst.

 

Gespräch 22.11.2020 Bischof Heiner Wilmer / Generalvikar Wilk / Diözesanratsvorstand

Der Vorstand des Diözesanrates hat sich am vergangenen Sonntag mit Bischof Heiner Wilmer und Generalvikar Martin Wilk getroffen, um die Sachverhalte im Kontext der Neuordnung der Bildungslandschaft zu klären, die zur Schließung von drei Bildungshäusern, dem Umzug der Akademie des Bistums nach Hannover und der Profilierung der Bildungshäuser auf dem Wohldenberg und im Priesterseminar führen werden.

Zum einen hat der Generalvikar im Gespräch deutlich gemacht, welche finanziellen Herausforderungen im Bistum zu diesen Entscheidungen geführt haben. Dabei wurde aber auch klar, dass die eigentliche Absicht und Zielrichtung nicht die Schließung der Bildungshäuser, sondern die Fokussierung und Profilierung der Bildungsprozesse im Bistum steht. Die detaillierte Erarbeitung eines Bildungskonzeptes steht am Anfang und verlangt eine breite Beteiligung unterschiedlicher Player und Interessierter. Der Diözesanrat hat seinerseits deutlich gemacht, dass ihm die Beteiligung und Beratung an solchen wichtigen Entscheidungen des Bistums schon im Vorfeld sehr wichtig ist und seine Kompetenz einbringen will.

Allen Beteiligten ging es darum, den Blick nach vorne zu richten, wie die gemeinsame Verantwortung für strategische Themen, die das ganze Bistum betreffen, besser gelingen kann. Alle Beteiligte stimmen überein, dass die jetzige Gremienlandschaft bei den anstehenden Umbrüchen noch nicht geeignet ist, um wichtige strategische Entscheidungen mit einer breiten Beteiligung zu diskutieren und abzustimmen. Dazu braucht es einer Neuordnung der Gremienstruktur. Auf Vorschlag des Bischofs wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Vorschläge für einen Diözesanpastoralrat und einem Wirtschaftsrat zu erarbeiten. Das Gespräch ist in einer wertschätzenden Atmosphäre verlaufen, bei der alle ihre Punkte einbringen konnten.