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Eine kleine(re) Kirche, eine authentische(re) Kirche mit viel Offenheit der Welt und den Menschen gegenüber.

 - Teresa Schubert
Teresa Schubert, Durch Bischof Trelle berufenes Mitglied.

Synodaler Weg – wie geht das ?

Winfried Quecke, Miriam Albers und Kathrin Brauner vertreten den Diözesanrat Hildesheim. Foto: Privat

ZdK Vize Präsidenten: Dr. Claudia Lücking-Michel und Wolfgang Klose. ©ZdK/Nadine Malzkorn

Herzlich Willkommen im ZdK, Liebe Kathrin Brauner. ©ZdK/Nadine Malzkorn

Miriam Albers und Kathrin Brauner im Gespräch mit Prof. Dr. Heinrich Detering aus Göttingen. Foto: Quecke

Foto: Albers

Winfried Quecke kommentiert das Verfahren zum synodalen Weg. Foto: Albers

Miriam Albers und Winfried Quecke. Foto: privat

Blick in die Vollversammlung. Foto: Albers

Birgit Mock stellt das Papier für die Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare vor. ©ZdK/Eschhaus

Die durch einen Trauerfall bedingte Abwesenheit des Präsidenten Professor Sternberg führte zu einer größeren Verantwortung des Präsidiums. In einem Bericht zur Lage der Kirche ließen die vier Präsidiumsmitglieder Themenfelder Revue passieren. Deutlich wahrzunehmen ist die Gefährdung der Demokratie z.B. durch die Stärkung demokratiefeindlicher Parteien in den vergangenen Wahlen. Eine Demokratie kann sich selbst zerstören, wenn sich die in ihr handelnden Personen gegenüber demokratiefeindlichen Entwicklungen nicht deutlich positionieren. So können auch die unfassbaren sprachlichen Auswüchse insbesondere in den Sozialen Medien nicht unwidersprochen bleiben, so Präsidiumsmitglied Klose. Notwendiger Schutz jüdischen Lebens bekomme als Christuspflicht mehr denn je eine Bedeutung. Politische Bildung sei hier erforderlich – auch katholische Akademien tragen das ihre dazu bei, seien unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft und müssen entsprechend gestärkt werden.

Deutlich positionierte sich die Vollversammlung gegen die Bestrebungen, die Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer zu vergemeinschaften. Das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ ist keine Haftungsgemeinschaft der sexualisierten Gewalt von Klerikern gegenüber Kindern und Jugendlichen. Somit gab es ein klares Votum gegen den Einsatz von Kirchensteuergeldern als Entschädigungsleistungen.

Und dann: Der Synodale Weg. Das ZdK wurde eingeladen von der DBK, den synodalen Weg gleich mitverantwortlich mitzugehen… oder vielleicht doch nicht wirklich gleichberechtigt im wörtlichen Sinne? „Wo immer ein Gespräch abgeblockt, ein Thema tabuisiert, auf eine notwendig erscheinende Auseinandersetzung verzichtet wird, geht Vertrauen verloren. Solcher Vertrauensverlust schadet der Kirche.“( Johannes Gründel, Synodaler Weg, Hirschberg). So wurden viele Vorbehalte geäußert gegenüber den Absprachen zwischen dem Hauptausschuss des ZdK mit Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz, die in den der Versammlung vorliegenden Satzungsvorschlag mündeten. Erschwert wurde der notwendige Informationsfluss in den letzten Wochen durch die kurzen Fristen, die dem Start am 06.12.2019 geschuldet sind. So bemängelte die Vollversammlung, dass das Logo sowie auch der Gebetstext im Vorhinein bereits veröffentlicht wurden. Insbesondere die Frauenverbände sahen das Gebet für ungeeignet an. Erfreuliche, durch das ZdK forcierte Entwicklungen gab es durch die weitere Einrichtung des „Forums Frauen“ sowie die paritätisch besetzten Doppelspitzen bei der Leitung der Foren. Die Frauenfrage auf eine moderne Zeiterscheinung reduzieren zu wollen, ist mehr als verhängnisvoll, wie erneut in der Vollversammlung des ZdK deutlich wurde.

Die Satzung bildet letztendlich auch das ab, was das Kirchenrecht zubilligt. So wurde nach stundenlangen Diskussionen und trotz diverser Anträge der Ursprungstext der Satzung dann doch nahezu gleichlautend mehrheitlich mit großem Applaus verabschiedet. Der notwendigen Weiterentwicklung unserer Kirche hilft eben nur das Prinzip der synodalen Partizipation und nicht der Protest und das Beharren auf Standpunkten.

Bereits geklärt sind die Ziele, Kompetenzen, Zuständigkeiten und auch Befugnisse sowie die Geschäftsordnung und der kirchenrechtliche Status des Synodalen Weges – in all ihrer Bescheidenheit. Die Plenarveranstaltungen sollen im Frankfurter Dom stattfinden. Vier Foren dienen dem Austausch zu den Themenfeldern – in abgemilderten Ausformulierungen. Sie greifen aber die  ursprünglichen Kernforderungen des ZdK auf:

  • Trennung von Exekutive und Judikative im Kirchenrecht
  • eine unabhängige kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit
  • Entscheidungskompetenz aller Getauften und Geweihten auf allen Ebenen der Kirche umsetzen
  • Umfassende Transparenz durch gleichberechtigte Teilhabe von Laien und Geweihten an Leitung von Kirche
  • Gleichstellung von Frauen und Männern bei allen kirchlichen Ämtern
  • Abschaffung des Pflichtzölibats
  • Anerkennung vielfältiger Lebensformen und  -  wirklichkeiten innerhalb einer aufgeklärten kirchlichen Sexualmoral

Die verbindliche Umsetzung aller gefassten Beschlüsse wird in den Dioezesen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. So waren sich alle ZdK-Mitglieder einig: Der Synodale Weg am Ende der zwei Jahre von einer deutlichen Veränderung, von messbarem Erfolg gekrönt sein.

Die Vollversammlung endete versöhnlich mit einem nach langer Diskussion mehrheitlich verabschiedeten Papier „Segen schenken – Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare“. Der noch immer unangemessene Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften innerhalb kirchlicher Kontexte stimmt nachdenklich. Beispiele gibt es in reicher Zahl. Klandestin werden Segensfeiern für homosexuelle Partnerschaften durchgeführt… mit dem Hinweis darauf, doch bitte nicht die Liedheftchen liegen zu lassen, damit die Gemeindemitglieder dieses nicht mitbekommen. Junge Frauen werden nach Jahren ihres Engagement als Messdienerinnen dann offen ausgegrenzt, wenn sie sich zu ihrer lesbischen Liebe bekennen. Das ZdK positioniert sich hier eindeutig: Es muss dringend ein Umdenken auch in den Gemeinden vor Ort erfolgen mit einem selbstverständlich wertschätzenden Umgang mit und gleichgestellter Partizipation von Menschen gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung.

Alle Reden auch zum Nachhören: https://www.zdk.de/service/downloads/audio/

Miriam Albers