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Frauen & Männer, Laien & Kleriker, Haupt- & Ehrenamtliche, die zusammen die Kirche am Puls der Menschen gestalten.

 - Jutta Johannwerner
Jutta Johannwerner, Vertreterin der Berufsgruppe der Pastoralreferentinnen und -referenten.

Theater, Debatten und ein Abschied

Zu Gast auf dem roten Sofa: Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, Stephanie Otte und Minister Grant Hendrik Tonne mit Moderator Rüdiger Wala. Foto: Wala/Heimann

Gastspiel des Schlosstheaters. Foto: Wala

Unterhaltungskünstler Matthias Wesslowski zaubert durch den Tag. Foto: Wala

Maria 2.0 - statt zu streiken druckten sie Tshirts und machten so auf den Kirchenstreik und die Forderungen aufmerksam, Familie Handzko aus Celle. Foto: Stelzig

Verabschiedung des Vorsitzenden Claus-Dieter Paschek. Foto: Wala

Notizen und Eindrücke vom Fest der Engagierten in Celle: Über Staat, Recht und Kirche, über andere Glaubensorte und warum Gott auch im Koffer sein kann.



Diese Pinguine – da unterlaufen sie doch glatt die Aufforderung der Taube, die Noah geschickt hat. Jeweils ein Paar hat Zugang zur Arche. Doch da spielen die Pinguine nicht mit. Den dritten zurücklassen – das geht nicht. Und so wird er mit auf die Arche geschmuggelt. Was wiederum zu reichlich Verwicklungen führt. Einschließlich Gott im Überseekoffer. Auch wenn sich ein Pinguin für den Allmächtigen ausgibt.

Klingt schräg. Das war es auch bei „An der Arche um acht“, einem Stück, das das Schlosstheater Celle vor der Kirche St. Ludwig beim Tag der Engagierten aufgeführt hat. Aber bei allem Witz berührt es Grundfragen des Glauben. Warum ist Gott so wütend, dass er eine Sintflut schickt? Macht es Vergnügen sich mit Gott zu unterhalten? Ist Gott vielleicht ganz anders, als „wir ihn uns vorstellen“? Oder ist Gott „überall, in jedem Mensch, in jedem Tier, in jeder Pflanze“? Viele Fragen. Viele Anregungen. Eine Frage aber hat Noah zum Schluss noch an die Taube: „Warum hast du die Pinguine eigentlich mitgenommen? Sie können doch schwimmen ...“

Anregungen auch in anderer Hinsicht. Zum einen: eher kirchenintern von Dr. Hubertus Schönemann. Der 53-Jährige ist Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) – und war ehemals Pastoralreferent in Goslar und Braunschweig. Einer seiner Impulse: Die Gemeinden sollten das Hamsterrad hinter sich lassen, weniger fixiert auf die Aufgaben schauen, sondern die Nachbarschaft in den Blick nehmen: „Kirche ereignet sich dort, wo Gott durch die Menschen etwas in Gang setzt.“ Dann könne auch wieder Glauben zur Sprache kommen. Schönemann verwies darauf, dass nach wie vor Pilgern eine große Bedeutung habe – oder bestimmte Orte, wie beispielsweise das von einer ökumenischen Bruderschaft geprägte Taizé. „Wichtig ist aber auch, dass wir uns nicht gegenseitig das Katholisch-Sein absprechen“, betont Schönemann mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Bewegung Maria 2.0. Die katholische Kirche könne heute nur in Vielfalt gedacht werden.

Der „Kirchenstreik“ spielt auch beim zweiten Teil der Anregungen zur Debatte eine Rolle – beim Gespräch von Bischof Heiner Wilmer, der Präsidentin des Oberlandesgerichtes Celle, Stefanie Otte und Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Für den Satz: „Ich kann verstehen, dass sich Frauen in unserer Kirche zurückgedrängt fühlen“, erntet Bischof Heiner Wilmer großen Applaus im bis auf den letzten Platz besetzten Saal. Kultusminister Grant Hendrik Tonne wünscht sich „eine starke, lebendige, laute Kirche, die sich einmischt.“ Stefanie Otte nimmt die Kirchen in die Pflicht. Alle Falle von Missbrauch müssen „vor staatlichen Gerichten schonungslos aufgearbeitet und abgeurteilt werden. Es gibt keine Sonderrolle.“ Auch dafür gibt es großen Applaus. 

Neben Theater und Debatten gab es zahlreiche Angebote: Stadtführungen oder einen Markt der Möglichkeiten mit Ständen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), der Caritas, dem Malteser Hilfsdienst, den Sternsingern, dem Familienbund der Katholiken, dem Kolpingwerk und Initiativen aus dem Dekanat Celle.

Zum Schluss noch Dank und Abschied. Zum einen sagte Bischof Heiner Wilmer beim abschließenden Freiluft-Gottesdienst den Engagierten im Bistum Dank: „Sie alle sind unersetzlich“, betonte er im Rückgriff auf den Leitgedanken des Festes. Besonders würdigte er den scheidenden Vorsitzenden des Diözesanrates der Katholiken, Claus-Dieter Paschek: „Sie haben sich viele Jahre mit ungeheurer Kreativität für das Bistum und die Menschen eingesetzt. Daher von Herzen meinen ausdrücklichen Dank.“

 

Rüdiger Wala / KIZ 22. Mai 2019