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Diözesanrat Bistum Hildesheim Logo

Jeder lebt das, was er vom Evangelium verstanden hat.

 - Kathrin Brauner
Kathrin Brauner, Durch Bischof Trelle berufenes Mitglied

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim. Ein Gremium auf einem geistlichen Weg

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim ist die Vertretung aller katholischen Christinnen und Christen im Bistum Hildesheim. Unserer Satzung gemäß nehmen wir die folgenden Aufgaben wahr:

  1. Der Diözesanrat dient der Förderung und Koordinierung des Laienapostolats und trägt Mitverantwortung für die Seelsorge im Bistum. Er vertritt die Anliegen der katholischen Christinnen und Christen des Bistums in der Öffentlichkeit.
  2. Er handelt in eigener Verantwortung. Seine Mitglieder sind an Weisungen nicht gebunden.
  3. Er hat die Aufgabe, in allen pastoralen und gesellschaftlichen Fragen beratend oder beschließend mitzuwirken.
  4. Er soll insbesondere
  • die Arbeit der Dekanatspastoral- und Pfarrgemeinderäte und der kirchlichen Organisationen und Gruppen, insbesondere der Verbände, anregen, fördern und aufeinander abstimmen;
  • den Bischof beraten und unterstützen;
  • die Mitverantwortung und geschwisterliche Zusammenarbeit aller Priester und Laien im Bistum fördern;
  • Anregungen für das Wirken der einzelnen katholischen Christinnen und Christen wie der kirchlichen Gruppen in der Gesellschaft geben;
  • Fragen des öffentlichen Lebens im Lichte des katholischen Glaubens beraten und gegebenenfalls Stellung nehmen;
  • gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen der katholischen Christinnen und Christen des Bistums vorbereiten und durchführen.

Es eignet Satzungen, dass neben eine solche Aufgabenbeschreibung die große Leerstelle ihrer Umsetzung tritt. Wir sind als Diözesanrat der Katholiken also in die Freiheit entlassen, die genannten Aufgaben eigenverantwortlich auf eine solche Art und Weise auszuüben, wie wir sie für angemessen halten. Konkret prägen insbesondere vier Einsichten unsere Arbeit:

  1. Zumeist verliert sich der Elan, den ein jedes Mitglied in ein Gremium trägt, in den Strukturen. Wollen wir diesen Elan nutzen, so müssen wir die formale Struktur der Gremienarbeit so gestalten, dass sie möglichst wenige Schranken errichtet.
    Dies impliziert, die Strukturen innerhalb des Diözesanrates so schlank als möglich zu halten und keine unnötigen Sub-Gremien zu etablieren. Deshalb verzichtet der Diözesanrat der Katholiken auf einen Hauptausschuss. Zudem besteht der Vorstand aus den genannten Gründen neben der/dem Vorsitzenden und ihrer/seiner Stellvertreter/in aus drei gewählten Mitgliedern, zu denen der Bischöfliche Beauftragte mit beratender Stimme hinzukommt. Durch die überschaubare Größe konnte sich der Vorstand als arbeitsfähiges und zeitnah agierendes Organ des Diözesanrates etablieren.
  2. Häufig verhindert eine Aufsplittung des Gremiums in zu viele Arbeitsgruppen einen fruchtbaren plenaren Austausch und damit ein Ausschöpfen aller Ressourcen. Wollen wir uns miteinander unseren Aufgaben widmen, so müssen wir sie auch gemeinsam bearbeiten.
    Diese Einsicht veranlasst den Diözesanrat auf feste Sachausschüsse zu verzichten und Raum für Initiativen zu schaffen, in denen projektbezogen für einen überschaubaren Zeitraum gemeinsam gearbeitet werden kann. Der Diözesanrat trifft sich nunmehr vier Mal im Jahr zur Vollversammlung, wovon je zwei Vollversammlungen eintägig, die anderen zweitägig sind. Bei den Vollversammlungen steht die gemeinsame plenare Arbeit im Zentrum. Diese ist sowohl durch den äußeren Rahmen der Sitzordnung als auch durch die eingeübte Gesprächskultur sehr partizipativ und ebenso sachorientiert wie diskussionsfreudig. Insgesamt experimentieren wir noch hinsichtlich der Arbeitsformen während der Vollversammlungen. So haben wir auch versucht, in verschiedenen Workshops auf einer Vollversammlung an bestimmten Themen neigungsorientiert zu arbeiten.
  3. Es kann passieren, dass der gelebte Glauben hinter der administrativen und inhaltlichen Arbeit verschwindet. Wollen wir als Gremium miteinander Glauben leben, muss unsere Spiritualität unsere Arbeit tragen.
    Daher lässt sich der Diözesanrat vom Konzept ‚Das Salz in der Gruppe‘, welches auf der ignatianischen Spiritualität aufruht, leiten. Die spirituellen Elemente der Vollversammlungen –  die Heilige Messe wird gemeinsam gefeiert und die Arbeit durch spirituelle Impulse unterbrochen – sind keine aufgesetzten Ornamente, sondern entsprechen dem tiefen Wunsch, das Geistliche in der Arbeit des Diözesanrates deutlich zu Tage treten zu lassen. Desgleichen verhält es sich bei den Sitzungen des Vorstands, die durch Ankommrunde und Abschlussimpuls gerahmt werden. Durch das Organisieren und Durchführen von spirituellen Tagen trägt der Diözesanrat diese Spiritualität auch nach außen.
    Zuvorderst manifestiert sich unsere Spiritualität allerdings nicht in spirituellen Veranstaltungen, sondern in einem wertschätzenden Umgang miteinander. Dieser entspringt dem geistlichen Verständnis, dass alle mit ihren jeweiligen Charismen dazu berufen sind, gemeinsam Kirche zu sein. Keiner stört oder ist fehl am Platze, sondern alle werden dafür geschätzt, dass sie sich von dort, wo sie stehen, so einbringen, wie sie sind. Unser Miteinander wird umso mehr an Strahlkraft gewinnen, je näher wir diesem Ideal kommen.
  4. Manchmal verstehen sich Laienvertretungen als das Gegenüber von Haupt- und Weiheamt. Begreifen wir aber unser ehrenamtliches Engagement aus unserer irreduziblen Taufwürde heraus, die uns zur mündigen Mitarbeit an der Sendung Christi allererst beruft, so sind wir kein Gegenüber, sondern gleichberechtigter Partner.
    Diese gleichberechtigte Partnerschaft verwirklicht der Diözesanrat durch Mitwirkung in verschiedenen diözesanen Gremien, etwa dem Umweltbeirat, der Steuerungsgruppe ‚Gemeinsame Verantwortung‘ und der Ökumenekommission. 
    So ist eine neue Art des Umgangs der Gremien und ihrer Vertreter entstanden. Diese brauchte zwar Zeit, sich zu entwickeln, ist nun aber frei von Berührungsängsten und die rege Kommunikation ist von Vertrauen getragen. Auf dieser Grundlage konnte auch eine gemeinsame Arbeitsebene gedeihen: Heute ist es für uns selbstverständlich, dass der Vorstand des Diözesanrates am Studientag des Priesterrates teilnimmt. Zudem ist durch halbjährlich stattfindende Sitzungen des Vorstands des Diözesanrates mit dem Bischöflichen Rat und den Moderatoren des Priesterrates eine einzigartige Arbeitsform entstanden, die sich ebenso kollegial wie produktiv gestaltet.

Dies mag als erster Eindruck genügen, wie wir als Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim unsere Aufgaben wahrnehmen und ausgestalten. Dabei sind wir aber immer auf dem Weg und werden weiterhin bemüht sein, die Zeichen der Zeit zu lesen und unsere Arbeit daran auszurichten.  

Sie können diese Überlegungen hier herunterladen.