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Ich wünsche mir eine Kirche, in der alle auf Augenhöhe miteinander glauben können, unabhängig ihres Alters, Geschlechts oder sonstigen Merkmalen. Ich möchte in einer Kirche leben, die sich den Sorgen und Bedürfnissen der Gläubigen annimmt und nicht über sie urteilt. In einer Kirche die aufsucht und sich nicht suchen lässt.

 - Theresa Wuitschick
Theresa Wuitschick, Durch Bischof Heiner berufenes Mitglied.

Neujahrsempfang fragt nach gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Bischof Dr. Heiner Wilmer, Dr. Claudia Lücking-Michel, Susanne Brandes und Moderator Ludger Abeln auf der Segensorte Bank in St. Godehard/Göttingen. Foto: Wala/KIZ

ZdK Vize-Präsidentin Dr. Claudia Lücking-Michel. Foto: Wala/KIZ

Bischof Dr. Heiner Hilmer. Foto: Wala/KIZ

Susanne Brandes im Gespräch mit Ludger Abeln. Foto: Wala/KIZ

Vorsitzender Claus-Dieter Paschek. Foto: Wala/KIZ

Illustratorin Anne Panter zeichnet das Live-Protokoll. Foto: Wala/KIZ

Mehr Bildung und mehr Zivilcourage

Was hält die Gesellschaft zusammen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Hildesheim. Gut 200 Interessierte folgten der Einladung.

Drei Stimmen – eine Einschätzung: Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist brüchig geworden. Dr. Claudia Lücking-Michel macht das in der Göttinger St.-Godehard-Kirche an drei Punkten fest: übersteigerter Nationalismus, eine Sehnsucht nach einfachen Lösungen und eine „Agonie der Kirche“. Gerade der letzte Punkt führt nach Meinung der Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zu einem „Totalausfall der Kirche, hilfreich zu gesellschaftlichen Problemlagen beizutragen“.

Für Bischof Dr. Heiner Wilmer steht vor allem das Miteinander von Alt und Jung auf dem Spiel: „Der Generationenvertrag darf nicht zu einem Generationenverrat werden.“ Gleichzeitig sieht Wilmer die Gefahr, dass zu viel Ich-Bezogenheit von Vielfalt zu Zerfall führe: „Auch eine pluralistische Gesellschaft braucht ein gemeinsames Fundament.“

Susanne Brandes sieht eine gefährliche Sprachlosigkeit gegen Bestrebungen, die anderen Menschen in der Gesellschaft die Würde absprechen. Die Pädagogin arbeitet im Projekt „Kompetent in Demokratie“ der Katholischen Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt. Ziel des Projektes: die Unterstützung von Engagierte im Bistum Magdeburg, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen und sich rechter Ausgrenzung und Gewalt entgegenstellen.

Was aber kann gegen den brüchigen Zusammenhalt getan werden. Claudia Lücking-Michel macht das an drei Punkten fest: Neben dem Besinnen auf klassische Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität (für Lückig-Michel „alles andere als selbstverständlich“) ist das zum einen das „Leben als Begegnung“ zu verstehen. Mit anderen Worten: Nachbarschaft muss heute organisiert werden. Zum anderen müsse sich der Blick wieder weiten: „Über den eigenen Kirchturm bis zum Mittelmeer, bis hin nach Afrika.“Auch, damit „ein Friedensprojekt wie Europa nicht auseinanderfällt.“ Der dritte Ansatzpunkt: „Mehr Bildung – das ist der Schlüssel für gelingendes Leben.“

Auch Bischof Wilmer setzt auf Netzwerke für mehr Zusammenhalt: „Für Gemeinschaft kann nicht nur der Staat sorgen, auch die Gesellschaft muss etwas dafür tun.“Hier haben Kirchen und die Caritas eine besondere Verantwortung. Maß der Dinge könne immer nur der Mensch sein – und nicht vorrangig das wirtschaftliche Kalkül. Insbesondere Familie seien umfassend zu unterstützen.

Susanne Brandes ermutigt die Gäste des Neujahrsempfangs zu mehr Zivilcourage: „Seien Sie mutig.“ Das stärke Demokratie

 

Rüdiger Wala. KIZ

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