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In den größer werdenden Gemeinden die Charismen der Laien entdecken, fördern und ihnen mehr Verantwortung übertragen.

 - Ingeborg Mersch
Ingeborg Mersch, Vertreterin des Sozialdienstes der Katholischen Frauen.

Gut überlegen, was wir feiern

Meinungsaustausch zwischen Prälat Felix Bernard (Katholisches Büro, links) und Claus-Dieter Paschek (LKA). | Foto: Wala

Feiertag, Flohmärkte und Sonntagsschutz: Beim Treffen des Katholischen Büros und des Landeskatholikenausschusses geht es um die Frage, wie wichtig Tage der Ruhe für die Gesellschaft sind.

Lästerer könnten bemerken: Einem Bundesland muss es schon sehr gut gehen, wenn es gerade dieses eine Problem ist, das die Politik in Niedersachsen bewegt: die Debatte um einen neuen Feiertag.

Für Prälat Felix Bernard, den Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen ist ein neuer Feiertag aber weit mehr als eine Fußnote: „Eine Gesellschaft muss sich schon sehr gut überlegen, welchen Tag sie mit welchen Inhalten feiert.“ Unterstützung erhält Bernard vom Vorsitzenden des Landeskatholikenausschusses (LKA), Claus-Dieter Paschek: „Feiertage müssen mehr sein als nur freie Tage.“

So war es kein Wunder, dass bei einem Treffen zwischen Bernard und Paschek genau die Frage eines neuen Feiertages im Mittel-
punkt steht. Einig sind sich die Spitzen des katholischen Büros und des LKA darüber, dass der durch die Landesregierung favorisierte Reformationstag nicht der geeignete neue arbeitsfreie Feiertag sei – vor allem nicht, wenn er Brücken zwischen den Konfessionen und Religionen schlagen soll, wie Ministerpräsident Stephan Weil immer wieder betont. Bernard wie Paschek halten den Buß- und Bettag für dieses Anliegen für weitaus sinnvoller.

Zweites Augenmerk vom Katholischen Büro und LKA: der Sonntagsschutz. So will die FD-P-Fraktion im Landtag gewerbliche Flohmärkte am Sonntag generell ermöglichen. Dafür hat sich nun auch der Niedersächsische Städtetag ausgesprochen. Katholisches Büro und LKA halten dagegen: Der Sonntagsschutz

dürfe nicht ausgehöhlt werden. Ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg bestätigt diese Auffassung: Nach aktueller Gesetzeslage ist es nicht zulässig, am Sonntag einen Floh-

markt zu veranstalten, in dem es in erster Linie um den Verkaufszweck selbst geht. 

Das betrifft nicht zu wohltätigen Zwecken organisierte Trödelmärke. „Der Sonntag ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft und zurecht durch das Grundgesetz geschützt“, sagen Bernard und Paschek. Dieser Schutz dürfe nicht durch die Hintertür aufgeweicht werden.

 

Rüdiger Wala