Menü
Diözesanrat Bistum Hildesheim Logo

Eine Kirche, die wirklich "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute" (Gaudium et Spes 1) teilt und der Versuchung widersteht sich in's fundamentalistische Ghetto zurückzuziehen.

 - Winfried Quecke
Winfried Quecke, Vertreter der Gemeinschaft Christlichen Lebens

Wählen gehen. Oder: Alles bleibt anders

Ist es schon wieder so weit? Ja, ist es. Drei Jahre sind seit den letzten Gremienwahlen in den norddeutschen Bistümern vergangen. Das heißt: Noch ein Jahr biszur Wahl. Da eine solche Aktion weit mehr braucht als nur die Urnen aus demKeller zu holen und zu entstauben, ste­hen die Wahlen im Mittelpunkt der zwei­tägigen Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken im St. Jakobushaus in Goslar.Was gibt es denn da schon Großartiges zu beraten, mag man fragen. Seit gefühlt ewigen Zeiten werden der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand gewählt.Zwar mag es hier und da Schwierigkeiten geben, die erforderliche Anzahlan Kandidaten zu gewinnen. Auch istdie Wahlbeteiligung langsam, aber stetig zurückgegangen – in etwa parallel zurTeilnahme am Gottesdienst. Das hat sogar bei kleinen Änderungen funk­tioniert: Seit zwei Amtsperioden kön­nen sich Gemeinden entscheiden, statt farrgemeinderat und Kirchenvorstandnur noch ein Gremium zu wählen: denPastoralrat, der die beiden Aufgabenbe­reiche in sich vereint.Aber jetzt kommt etwas hinzu: Die„Teams gemeinsamer Verantwortung“,deren vorangige Aufgabe es ist, kirchliches Leben vor Ort zu gestalten. Diese Teams setzen die lokale Kirchenentwicklung um. Denn die Pfarreien sind größer geworden. Sie umfassen in der Regel mehrere Kirchorte, zumeist ehemals ei­genständige Pfarreien. Hinzu kommt:Nicht längst jede Pfarrei hat auch einen nur für sie zuständigen Pfarrer. Seelsorgeteams sind überpfarrlich im Einsatz.Tendenz steigend.

„Wenn lokale Kirchenentwicklung die Leitlinie für die pastorale Zukunft in unserem Bistum ist, hat das Konse­quenzen für die Gremien“, betont Martin Wrasmann vor dem Diözesanrat. Für den stellvertretenden Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Generalvikariat sind lo­kale Leitungsteams nicht nur für Kirch­orte denkbar: „Sondern überall, wo wir als Kirche in der Nachbarschaft präsent sind.“ Das beste Beispiel: Kindertagesstätten. „Das müsste in der Pfarrei abge­bildet werden“, meint Wrasmann.

Zwei Wege sind grundsätzlich denk­bar. Zum einen: Es wird ein Pfarrgemeinderat von allen Mitgliedern gewählt, der dann aus sich heraus Teams für Kirchorte delegiert. Zum anderen: Gewählt wer­den die Teams gemeinsamer Verantwor­tung vor Ort – und von dort werden die Mitglieder eines Rates entsendet.

Strukturfragen sind aber nur das eine Moment der anstehenden Wahl. Kan­didatenfindung das andere. Wie ein anderer Blick auf Kandidaten gewor­fen werden kann, erprobten der Diös­zensanrat mit Thomas Holzborn von der Arbeitsstelle für pastorale Beratung in Hildesheim – die „Gabenorientierung“. Anhand von Kärtchen mit Eigenschaften von Ausdauer bis Zusammenar­beit werden  Einschätzungen von Kan­didaten möglich, anhand von Promis (Ekel Alfred bis Obama) bestimmte Ty­pen. Damit die Kandidatensuche nicht abläuft, wie in der Versammlung be­schrieben: Bei der Lesung schielt der Lektor schon mit einem Auge, wer im Gottesdienst sitzt und zu einer Kandida­tur überredet werden kann.

Quelle: KIZH, Rüdiger Wala