Mut zum Neuanfang

Neue Wege der Gremienarbeit in St. Maria Walsrode

Viele Pfarreien stehen vor ähnlichen Herausforderungen: sinkende Beteiligung, schwieriger werdende Gremienbesetzungen und die Frage, wie Verantwortung weiterhin gemeinsam und verbindlich getragen werden kann. Auch wir in der Pfarrei St. Maria Walsrode haben uns diesen Fragen gestellt – und uns bewusst entschieden, neue Wege zu gehen.

Vom offenen Austausch zu verbindlichen Strukturen

Ausgangspunkt war ein Synodalforum, das bei der letzten Gremienwahl eingeführt wurde und den Pfarrgemeinderat ersetzte. Es tagte viermal im Jahr, stand allen Interessierten offen und wurde von einem Beirat vorbereitet, in dem Vertreter*innen aus Gremien und Projektgruppen mitwirkten.

Dabei wurde deutlich: Beteiligung funktioniert – gerade bei wichtigen Zukunftsthemen wie dem Immobilienprozess. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass es ohne klare Zuständigkeiten, feste Strukturen und legitimierte Entscheidungswege auf Dauer an Verbindlichkeit fehlt.

Pfarreisynode und Beirat: Verantwortung neu organisiert

Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir unsere Strukturen weiterentwickelt. Mit der Pfarreisynode als zentralem Beratungs- und Beschlussorgan und dem Beirat als verantwortlichem Leitungsgremium zwischen den Synoden entsteht nun ein Modell, das Beteiligung, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit miteinander verbindet.

Die Pfarreisynode berät und entscheidet über pastorale, gesellschaftliche und strategische Fragen der Pfarrei. Der Beirat übernimmt zwischen den – zweimal jährlich stattfindenden – Synoden die laufenden Aufgaben, bereitet Entscheidungen vor und sorgt für deren Umsetzung. So wird Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt: klar geregelt und gut koordiniert.

Klar geregelt: Zusammensetzung und Legitimation

Die Pfarreisynode besteht aus einem fest definierten Mitgliederkreis: Gemeindeleitung und Hauptamtliche, Mitglieder des Kirchenvorstandes, je eine Vertretung aus den lokalen Leitungsteams (LLT) sowie die Mitglieder des Beirates. So kommen unterschiedliche Perspektiven zusammen und Entscheidungen werden gemeinsam getragen.

Auch der Beirat verbindet demokratische Legitimation mit gezielter Berufung: Ein Teil seiner Mitglieder ist durch Wahlen legitimiert (über Kirchenvorstand und LLT), weitere Mitglieder werden berufen – zum Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit oder Ökumene – und per Aklamation bestätigt. Das schafft Verbindlichkeit und bleibt zugleich offen für neue Kompetenzen und Engagement.

Ein lernendes Modell mit Perspektive

Gerade im Blick auf die anstehenden Wahlen ist uns wichtig: Es geht nicht nur darum, Gremien zu besetzen, sondern Formen von Beteiligung zu entwickeln, die zur heutigen Realität passen. Unsere neue Ordnung ist deshalb bewusst als lernender Prozess angelegt: zeitlich befristet, auswertbar und weiterentwickelbar.

So wollen wir Kirche nicht nur verwalten, sondern aktiv und gemeinsam gestalten.

Neugierig geworden?

Vielleicht zeigt unser Weg in St. Maria Walsrode: Neuanfänge sind möglich. Veränderungen können Beteiligung fördern. Und neue Strukturen können helfen, Verantwortung gemeinsam und zukunftsorientiert zu tragen.

Wer mehr über Pfarreisynode und Beirat erfahren möchte, kann sich gerne an uns wenden – wir teilen unsere Erfahrungen und kommen gerne ins Gespräch.

Kurzinfo: Pfarrei St. Maria Walsrode

  • Struktur: Pfarrgemeinde mit vier Kirchorten, derzeit jeweils mit einer Kirche
  • Zukunftsräume: Reduzierung der Kirchenstandorte perspektivisch auf zwei
  • Gremien:Kirchenvorstand und drei lokale Leitungsteams (LLT)
  • Gemeindegröße: Rund 3.700 Katholikinnen und Katholiken
  • Ausblick: Im Sommer 2026 geht Pfarrer Mauerhof in den Ruhestand. Danach wird die Pfarrei keinen eigenen Pfarrer mehr haben. Die Leitung soll künftig von einer pastoralen Leitungsperson, verankert im Dekanatsteam, übernommen werden.

 

St. Maria, Walsrode | St. Maria, Walsrode

Norbert Mauerhof, Pfarrer
Mechthild Exner-Herforth, Gemeindemitglied