Taufbeauftragung durch Laien
Ergebnisse der Umfrage „Taufvorbereitung und Taufbeauftragung durch Laien".
Im vergangenen Jahr 2025 hatten der Arbeitskreis „Taufbeauftragung für Laien“ eine online-Umfrage mit verschiedenen Fragen zum Thema „Taufvorbereitung und Taufbeauftragung durch Laien“ umgesetzt. Wir möchten heute zunächst einmal für die große Beteiligung und die umfassende Beantwortung der Fragen danken. Es hat uns und den Verantwortlichen im Bistum gezeigt, dass es ein großes Interesse an diesem Thema gibt und sich in vielen Gemeinden unterschiedliche Menschen mit der Thematik befassen.
Die Online-Umfrage hatte das Ziel, den aktuellen Stand der Taufkatechese zu erfassen und Impulse für eine Weiterentwicklung zu erhalten. Insgesamt nahmen 226 Personen teil, darunter überwiegend ehrenamtlich engagierte Menschen (73%) sowie Hauptamtliche (Priester, Gemeindereferent*Innen, Diakone, Sekretär*Innen…). Besonders das Stimmungsbild zur Taufbeauftragung für Laien war einer der Schwerpunkte der Befragung.
Das Ergebnis können wir folgendermaßen zusammenfassen:
- Die Taufvorbereitung liegt meist beim Pfarrer oder Diakon (178 von 223 Fällen).
Des Weiteren gibt es Vorbereitungen im Team (Ehrenamt und Hauptamt) oder vereinzelt auch durch andere Hauptamtliche. - Die Vorbereitungstreffen dauern meist 1–6 Stunden, aber fast die Hälfte sind kürzer als eine Stunde.
- Die Selbsteinschätzung der Vorbereitung ist durchwachsen – viele fühlen sich nur mittelmäßig vorbereitet. 1/3 der Ehrenamtlichen (EA) und (erstaunlicherweise) 1/3 der Hauptamtlichen (HA) fühlen sich nicht ausreichend für die Aufgabe des/r Katechet:in vorbereitet.
- Die Mehrheit glaubt nicht, dass das aktuelle Taufkonzept in 5 Jahren Bestand haben wird. Als größtes Problem wird der befürchtete zukünftige Personalmangel bei geweihten Taufspendern angegeben.
- Die Veränderungsnotwendigkeit der Vorbereitung wird zu 2/3 aufgrund der fehlenden Hauptamtlichen verortet.
- Die Mehrheit von 58% der Befragten kann sich vorstellen, dass es in Zukunft Taufbeauftragungen für Ehrenamtliche gibt und würde das Unterstützen, 42 % lehnen das ab.
Zusammengefasst stehen damit folgende Aussagen und Thesen im Raum:
- Befürworter der Taufbeauftragung von Laien betonen die Notwendigkeit wegen des vorhandenen bzw. eintretenden Priestermangels und der Kompetenz engagierter Laien sowie eine Einbettung in weiterführende Konzepte in der Familienpastoral.
- Gegner sehen die Sakramentenspendung als Aufgabe der Priester und Diakone und befürchten eine Abwertung der Taufe und haben Sorge um die sakramentale Qualität und die Befürchtung der Überlastung von Ehrenamtlichen.
- Viele Stimmen fordern mehr Fortbildung, moderne Konzepte und gemeindenahe Lösungen in der Taufkatechese.
- Die Ergebnisse zeigen eine Spannung zwischen Tradition und Notwendigkeit. Einerseits wird die Taufe als sakramentale Handlung stark mit dem geweihten Amt verbunden. Andererseits wächst das Bewusstsein, dass Laien zunehmend Aufgaben übernehmen müssen, da die Zahl der Priester sinkt und die pastoralen Anforderungen steigen.
- Die Offenheit gegenüber Laientaufen ist größer als erwartet. Gleichzeitig wird deutlich, dass strukturelle und konzeptionelle Veränderungen nötig sind, um die Taufpastoral insgesamt zukunftsfähig zu gestalten.
Die Umfrage zeigt damit eine kirchliche Realität im Wandel. Während viele am traditionellen Verständnis der Sakramentenspendung festhalten, wächst gleichzeitig die Einsicht, dass Laien stärker eingebunden werden müssen, um die pastorale Versorgung und mehr Nähe zu sichern. Ebenso sollte die Taufe in das Bewusstsein einer vernetzten Pastoral für Familien rücken. Die Diskussion um Laientaufen ist damit nicht nur eine Frage der Notwendigkeit, sondern auch der theologischen und pastoralen Identität. Es besteht ein hoher Bedarf an Fortbildung, Konzeptentwicklung und Kommunikation, um tragfähige Lösungen zu finden.
Und genau hier möchten wir als Arbeitskreis in Abstimmung mit den Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat ansetzen und weiterdenken. Wie kann es gelingen, Tauf- und Familienpastoral zu stärken? Welche Weichen können wir jetzt schon stellen für eine zukunftsfähige Taufpastoral?
Diese und viele weitere Fragen stehen im Raum. Der Arbeitskreis hat sich dazu bereit erklärt, hier weiter zu denken, möchte dazu aber möglichst viele Meinungen und Erfahrungen von Menschen aus dem Bistum einbeziehen, die in diesen Themen unterwegs sind. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben mitzutun, in welcher Form und mit welchem Zeitaufwand auch immer, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich bei uns melden.
Sofern Sie weitergehende Informationen oder detailliertere Aussagen zu der Befragung haben möchten, können wir gerne die Auswertung in Gänze zur Verfügung stellen. Bitte melden Sie sich dann gerne bei uns!
Gerne können wir auf ihre Möglichkeiten eingehen und uns vernetzen und gut abstimmen – es muss nicht gleich wieder ein Full-Time-Job werden.
SIE SIND HERZLICH EINGELADEN UNS MIT IHRER STIMME ZU BEGLEITEN UND ZU VERSTÄRKEN!
Herzliche Grüße vom AK Taufbeauftragung für Laien des Diözesanrats des Bistums Hildesheim, Mai 2026
Gabriele Engler, Sigrid Fehst, Thomas Fehst, Markus Galonska, Gabriele Vauti, Christiane Galonska
Kontakt:
Markus Galonska (Gemeindereferent in Wolfenbüttel)
markus.galonska(ät)bistum-hildesheim.net


