Ökumenischer Kreuzweg der Schöpfung im Landkreis Verden am Sonntag, 28. Februar 2016

Eberhard Walther im Radio Interview mit Martha Klawitter für ffn.
Vorbereitungstreffen in Verden
Plakat zum Kreuzweg der Schöpfung in Verden

Für die einen ist es der Stoff aus dem die Energiewende ist, für die anderen ist es ein unkalkulierbares Risiko, das Trinkwasser bedroht und die Erde zum Beben bringt: Die Gasförderung im Landkreis Verden ist hoch umstritten. „Diesen Konflikt in unserer Nachbarschaft, wollen wir mit dem ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung aufgreifen“, sagt Eberhard Walther von der katholischen Propsteigemeinde St. Josef in Verden. Gegangen wird er am Sonntag, 28. Februar. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Freilichtbühne in Holtebüttel. Der Weg führt dann über Schülingen mit einer Station an der Friedhofskapelle nach Völkernsen. Dort findet der Kreuzweg in der Kapelle seinen Abschluss.

 

 

Die Ansprache hält der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Prof. Dr. Dr. Sternberg. 

 

 

Seit 2010 wird der Kreuzweg der Schöpfung Bistum Hildesheim, zum dem die Propsteigemeinde St. Joseph gehört, in der Fastenzeit vor Ostern gegangen – immer wieder an anderen Orten. „Der Grundgedanke ist, dass wir mit dem Kreuz an Orte gehen, an denen die Schöpfung gekreuzigt wird“, erläutert Claus-Dieter Paschek. Es geht dem Vorsitzenden des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Hildesheim vorrangig um eines: „Wir wollen die Probleme aufzeigen, die mit der Gasförderung verbunden sind.“ Das betreffe sowohl die Umweltgefährdungen als auch die Sorgen der Mitarbeiter in der Gasförderung. „Ein Kreuzweg ist immer ein Weg der Klage, nicht der Anklage“, unterstreicht Paschek: „Wir gehen diesen Weg, weil wir berufen sind, eine Zukunft für eine Welt nach uns zu gestalten.“

 

„Wir sind überparteilich“, ergänzt Eberhard Walther von der katholischen Propsteigemeinde St. Josef in Verden: „Wir wollen darüber nachdenken, wie wir mit der Ressource Gas umgehen.“ Gerade beim Gehen eine Kreuzweges kann und soll nachgedacht werden: „Muss Gas in diesen Mengen gefördert werden? Brauchen wir so viel Energie? Gibt es nicht Alternativen?, nennt Walther drei Fragen als Beispiele. Damit seien immer Anfragen an die eigene Verantwortung, das eigene Handeln, verbunden.

 

Bewusst wird der Kreuzweg ökumenisch gegangen. „Die Verantwortung für die Schöpfung fragt nicht nach katholisch oder evangelisch“, sagt Dieter Sogorski, Pastor am Dom zu Verden. Das Zeichen des Kreuzes bringe die Situation in der Region auf den Punkt: „Es ist ein Kreuz, dem ausgesetzt zu sein, dass es unten rumst, es ist ein Kreuz diesen Konflikt auszuhalten.“ Der Kreuzweg soll dazu ermutigen, sachlich wieder mit den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu reden – über berechtigte Ängste in der Region.

 

Ein Anliegen, das auch für Thomas Vogel von der Bürgerinitiative „No Fracking in Völkersen“ von zentraler Bedeutung ist: „Wir können als Bürgerinitiative diesen Weg gut mitgehen.“ Es müsse immer wieder über eine Technik gesprochen werden, die aus seiner Sicht ein „Vabanquespiel“ ist: „Die Risiken vor unserer Haustür und unter unseren Häusern tragen wir alle.“

 

Rüdiger Wala

 

Download: Plakat für die Kreuzwegstation in Verden


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